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Pflanzenhaarfarben - Anwendung

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Vor der Anwendung

Bevor die Haare mit Pflanzenhaarfarbe behandelt werden, sollte unbedingt eine Probesträhne gefärbt werden, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Dafür kann man eine einzelne Haarsträhne nehmen oder aber man sammelt lose Haare aus der Haarbürste und benutzt sie dafür. Grundsätzlich empfiehlt es sich, dort eine Probesträhne zu färben, wo die Haare am hellsten sind oder der Grauanteil am höchsten ist.

[bearbeiten] Benötigte Materialien

  • Für etwa schulterlange Haare 100 g (1 Packung) Pflanzenhaarfarbe, für längere Haare entsprechend mehr
  • Eine Plastikschale oder einen Topf
  • Einen Holzlöffel oder einen Schneebesen zum anrühren des Breis
  • Ca. 300 ml kochendes Wasser (für 100 g)
  • Fettcreme, um die Haut am Haaransatz vor Verfärbungen zu schützen
  • Latex-Handschuhe
  • alte Handtücher
  • Spiegel
  • evtl. Färbepinsel oder Backpinsel
  • mildes Shampoo, evtl. Haarkur

Bitte keine Metallgegenstände verwenden! Die im Henna und verschiedenen anderen Pflanzen enthaltenen Gerbstoffe lösen die Metallsalze aus und das kann die Farbe verändern. Früher hat man das zum Schwarzfärben von Textilien ganz bewußt eingesetzt. Da wurden sehr gerbstoffreiche Pflanzen, wie z. B. Galläpfel in Metallbehältern, bzw. sogar mit Eisenspänen angesetzt. Das ergab dann ein gutes schwarz. Aber ist halt die Frage, ob man das so in den Haaren haben möchte.

[bearbeiten] Zusätze

Dem Pflanzenhaarfarbe-Brei kann man einige einfache Zutaten beimischen, die das Farbergebnis verändern oder verbessern können. Die angebenen Mengen reichen immer für eine Packung (ca. 100 g) Pflanzenhaarfarbe.

  • Gegen Austrocknung, zur Pflege: 2 - 3 EL Olivenöl (kann allerdings die Farbe etwas weniger haltbarer machen) oder 1 Ei beimischen.
  • Für einen dunklerer Ton und intensiveres Ergebnis: starken schwarzer Tee oder Kaffee aufbrühen, aufkochen und noch heiß statt Wasser mit der Pflanzenhaarfarbe vermengen
  • Für einen intensiven Goldschimmer: starken Kamillentee oder Ringelblumenaufguss (wie bei schwarzer Tee oder ca. 30 g oder 3-5 EL Kurkuma beimischen.
  • Für Rotakzente: ca. 30 g oder 3-5 EL Paprikapulver beimischen oder Rotwein entweder aufkochen und statt Wasser direkt beim anrühren verwenden oder ca. 1 Glas beimischen.
  • Für ein intensiveres Ergebnis und pigmentlösende Wirkung: 1 - 2 EL 5%tiger Essig oder den Saft einer 1/2 Zitrone beimischen. Bei Indigo-haltigen Farben empfiehlt sich Backpulver oder Natron als basischer Part.

[bearbeiten] Vorbereitung

Die Farbe kann sowohl auf trockenem wie auch auf feuchtem Haar aufgetragen werden. Die Haare sollten frei von Leave -In Produkten oder Stylingrückständen sein.

Bitte Badezimmerteppiche oder teure Handtücher vor dem Färben wegräumen, da die Farben Textilien dauerhaft verfärben.

PHF färben auch die Haut ein, deshalb ist es erforderlich, die Haut im Gesicht, am Hals sowie an den Ohren mit einer Fettcreme vor Verfärbungen zu schützen. Eventuelle Farbspritzer können so leicht abgewischt werden. Sollte es doch einmal zu einem Unfall kommen, so kann man die verfärbte Haut mit einer Mischung aus Öl und Zitronensaft von der unerwünschten Farbe befreien. Die Flecken verschwinden aber nach einigen Tagen auch von alleine, da die Färbung der Haut nur oberflächlich und nicht dauerhaft ist.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, ein altes Handtuch bereitzulegen und auch ein ausrangiertes T-Shirt oder ähnliches anzuziehen. Es kann auch ein herkömmlicher Friseurumhang getragen werden um die Kleidung zu schützen.

Es kann sein, dass altes Porzellan (Waschbecken etc.) einen Farbschimmer annimmt, weil die Oberfläche etwas aufgerauht ist. Das lässt sich mit normalem Badreiniger oder herkömmlicher Scheuermilch ohne Probleme entfernen. Ansonsten hinterlässt die Farbe keine Spuren an Porzellan.

Zum Auftragen des Pflanzenbreis sollte man geeignete Handschuhe tragen. Die der PHF beiliegenden Handschuhe sind zumeist sehr gross und können das Auftragen erschweren oder verrutschen. Es empfehlen sich deshalb eher Latexhandschuhe in der entsprechend passenden Grösse. Diese Handschuhe bekommt man in jeder Apotheke.

[bearbeiten] Farbbrei mischen

Das Pulver wird mit kochendem Wasser und evtl. den Zutaten zu einem cremigen Brei vermischt.

Der Farbbrei sollte aufgetragen werden, solange er noch warm ist. Er sollte aber auf keinen Fall zu heiss sein, um einen schädigenden Einfluss auf das Haarkeratin zu vermeiden. Gänzlich erkalten sollte der Brei aber auch nicht, damit die optimale Färbewirkung gewährleistet werden kann.

Eine Alternative zu dieser Methode ist es, den Brei mit Essig oder Zitrone zu einem sauren Milieu zu führen und ihn dann über Nacht an einem warmen Ort stehen zu lassen. Während dieser Zeit können sich die Farbpigmente lösen. Am nächsten Tag wird der Brei kalt aufgetragen.



Tipp für einen besseren Duft von Godiva: "Du könntest ja einfach ein paar Tropfen ätherisches Öl mit in den Brei mischen. Das duftet dann so himmlisch, ich nehme gerne Lavendel, Rosmarin oder Rose. Es sollte aber naturreines Öl sein, also nicht etwas, was nur für die Duftlampe ist oder so."


[bearbeiten] Brei auftragen

Sorgfältig die Haare auf dem Oberkopf und den Scheitel entweder mit den Fingern oder einem Färbepinsel mit dem Brei bedecken.

Die Haare dabei in einzelne Strähnen aufteilen, nach vorne nehmen und dann die Farbe einmassieren. Die mit Farbe bedeckten Strähnen können am Oberkopf "festgeklebt" werden, durch die PHF werden sie dort problemlos halten. Anschliessend wird der Hinterkopf behandelt.

Dabei sollte man die Haare ständig durchmassieren und kneten, um die Farbe optimal zu verteilen.



Tipps gegen allzu große Sauereien im Bad:

Prettybetty: "Den Brei etwas feuchter anrühren. Eine Schüssel in die Badewanne stellen und den Kopf mit FEUCHTEN Haaren über die Schüssel hängen und dann die Haare einstreichen. Vorteil: Der PHF-Brei, der von den Haaren fällt, landet in der Schüssel und da alle Haare kopfüber runterhängen, kann man sie leicht einstreichen. Den Rest dann einfach auf die am Kopf festgeklebten Haare machen und den Ansatz einstreichen - natürlich nachdem man sich aufgerichtet hat. "

Kolibri: "Die Farbe läßt sich sehr gut auftragen, wenn man sie in eine Kunststofflasche, der man die Tülle oben etwas größer aufgeschnitten hat, füllt. Dafür sollte man den Brei etwas dünner anrühren. Man kann die Flasche beim Auftragen immer wieder in ein Gefäß mit heißem Wasser stellen."


[bearbeiten] Einwirken lassen und ausspülen

Damit die Farbe nicht antrocknet, werden die Haare dann mit der beiliegenden Plastikhaube bedeckt oder alternativ in Frischhaltefolie gewickelt. (Zottel: oder von einer Mülltüte die Laschen abschneiden und die Tüte auf den Kopf stülpen)

Das Farbergebnis wird durch Wärmeeinwirkung verbessert. Man kann dafür entweder noch ein Handtuch um den Kopf wickeln, eine Wärmehaube benutzen oder die Haare zwischendurch mit einem Fön erwärmen.

Die Einwirkzeit kann zwischen 30 Minuten bis zu mehreren Stunden betragen: Je länger die gewählte Einwirkzeit ist, desto intensiver wird das Farbergebnis sein. Grundsätzlich sollte man bei dickem und / oder dunklem Haar eine längere Einwirkzeit wählen als bei feinem und / oder blondem Haar.

Nach der Einwirkzeit werden die Haare mit warmem Wasser gründlich ausgespült und mit einem milden Shampoo gewaschen, um alle Rückstände zu entfernen. Eine anschließende Haarkur macht die Haare leichter kämmbar.

Um die Farbe zu intensivieren, kann man nach 12 Stunden nachfärben. Je häufiger die Farbe angewendet wird, umso dunkler wird das Haar (Pigmentschicht auf Pigmentschicht).

[bearbeiten] Färben mit Indigo

Reines Indigo braucht eine Grundlage, am besten mit farbloser Cassia oder Henna' vorbehandeltem Haar, sonst hält es nicht optimal und es kann zu einem Grünstich kommen. Also erstmal mit rotem Henna vorfärben und dann die Schwarzfärbung folgen lassen. Nicht mischen, sondern wirklich nacheinander färben. Die Haarfarbe wird dadurch auch haltbarer, denn eine reine Indigofärbung wäscht sich sehr schnell aus.

Schwarze Pflanzenhaarfarben sind bereits vorgemischt, deshalb ist eine Vorfärbung nicht unbedingt erforderlich.

Helle Haare müssen erst mit einem mittelbraunen Ton vorpigmentiert und danach mit einer Mischung aus dunkelbraun und schwarz nachgefärbt werden.

Man muss sich langsam an das geeignete Mischungsverhältnis herantasten und sollte zunächst mit einer Zugabe von 10 % schwarzer Pflanzenhaarfarbe zu beginnen.

Der Anteil von schwarz wird dann bei jedem Färbevorgang nach und nach erhöht, sollte aber insgesamt nicht 30 % überschreiten.


[bearbeiten] Anwendung

Indigo und schwarze Pflanzenhaarfarbe werden mit sehr heißem Wasserund ein wenig Salz oder Backpulverangerührt. Im Gegensatz zu den anderen Pflanzenhaarfarben sollte kein Essig oder Zitronensaft zugefügt werden, da Indigo ein eher alkalisches Milieu braucht. Dann ca. eine viertel Stunde warten und auftragen.

2 Stunden Einwirkzeit reichen völlig aus, dann färbt Indigo nicht mehr. Wenn die Farbe der Paste von grün auf schwarz-blau umgeschlagen ist, ist die Färbung beendet.

Deshalb sollte man die Mischung gleich verarbeiten und kann sie nicht aufbewahren oder über Nacht stehen lassen. Die Mischung sollte immer möglichst warm gehalten werden, mit einer Wärmehaube oder einem Fön warm halten.

Um die Farbe noch weiter abzudunkeln kann man neben Kaffee oder schwarzem Tee auch Amla (indische Stachelbeere) zufügen.

[bearbeiten] Henna neutral

Diese rein pflegende Haarkur kann beliebig oft angewendet werden. Es wird eine Einwirkzeit von 10 Minuten bis zu mehreren Stunden empfohlen.

Blonde oder Ergraute Haare können durch das enthaltene Chlorophyll nachdunkeln oder grünstichig werden, wenn eine Einwirkzeit von 10 - 15 Minuten überschritten wird. Deshalb ist die Pflanzenhaarkur für blonde bzw. graue Haare nicht wirklich geeignet.


[bearbeiten] Ansatz nachfärben

Um das Nachdunkeln der Spitzen zu vermeiden, einfach die Haare in zwei dicke Strähnen abteilen und die Haare dann mit Klämmerchen am Kopf fixieren. Dann immer nur auf den Scheitel die Farbe auftragen. Nicht einmassieren.


[bearbeiten] Pflege pflanzengefärbter Haare

Damit die Farbe lange hält und ihre Brillianz nicht verliert ist generell alles geeignet, was die Schuppenschicht des Haares zusammenzieht, also sauer ist.

Dies können entweder spezielle Farbpflegeshampoos sein oder aber Spülungen mit Essig oder Zitronensaft. Dafür 1 EL milden ca. 5%tigen Essig oder Zitronensaft mit einem Liter Wasser mischen und nach der Wäsche über die Haare giessen.

Ölhaarkuren sollte man bei hennagefärbtem Haar vermeiden, da das Henna schneller verblasst. Das Öl verbindet sich nämlich mit den Pigmenten und beim Ausspülen werden diese ausgewaschen.


[bearbeiten] Probleme

[bearbeiten] Die Farbe nimmt nicht richtig an

  • Passiert häufig bei sehr dickem oder sehr gesundem Haar mit einer glatten, sehr intakten Oberfläche.
    • Lösung: Nach 12 Stunden nachfärben. Die Pigmente lagern sich dabei aufeinander ab, die Farbe wird mit jedem Vorgang intensiver und länger haltbar. Je häufiger die Farbe angewendet wird, umso dunkler wird das Haar (Pigmentschicht auf Pigmentschicht).
  • Häufig auch bei grauem Haar (weist aufgrund der fehlenden Pigmentierung eine veränderte Oberflächenstruktur auf).
    • Lösung: wie oben
  • Bei Verwendung von silikonhaltigen Produkten oder Stylingmitteln kann das Henna nicht "halten".
    • Lösung: Vor dem Färben Peelingshampoo verwenden oder Waschen mit Lavaerde bzw. Lavaerdeshampoo.
  • Frisch chemisch gefärbtes Haar
    • Lösung: Mindestens 4 Wochen oder ca. 20 Haarwäschen nach einer chemischen Färung warten, dann weiter wie bei dickem Haar.


[bearbeiten] Die Färbung ist ungleichmäßig geworden

Wahrscheinlich war die PHF nicht mit genügend Flüssigkeit angerührt und konnte sich schlecht verteilen. Die Färbung sollte wiederholt und dabei besonders sorgfältig aufgetragen werden. Ausserdem kann man auch hier eine Vorbehandlung machen, um ein gleichmässigeres Ergebnis zu erzielen.

Vielleicht waren die Haare auch unterschiedlich geschädigt. Poröses Haar nimmt die Farbe stärker an. Das gibt sich aber nach mehreren Färbungen, da die geschädigten Stellen durch das Henna gesünder werden.

[bearbeiten] Die Haare sind verfärbt

  • Grünstich
    • Lösung: läßt sich mit brauner PHF überfärben
  • Haare zu hell
    • Lösung: Färbung wiederholen oder dem Pulver eine dunklere Farbe beimischen
  • Haare zu dunkel
    • Lösung: Man kann versuchen, die Haare mit Lavaerde zu waschen und anschliessend folgende Packung zu verwenden, um die Pigmente vom Haar zu lösen: 2 Teilen Olivenöl und 1 Teil Zitronensaft erwärmen, sehr warm auftragen, ½ Std. einwirken lassen, mehrmals sehr warm ausspülen, danach eine Kur folgen lassen.

Keinesfalls aber sollte man eine Blondierung mit chemischem Aufheller folgen lassen! Nach einer Wartezeit von mindestens 4 Wochen kann man evtl. versuchen die Farbe mit Strähnchen beim Friseur aufzulockern. Dies sollte man unbedingt bei einem Friseur machen lassen der sich gut mit PHF auskennt und diese auch in seinem Salon verwendet.

Hilfreich ist generell alles, was bekanntlich Farbe zieht (Schuppenshampoo, Zitrone, Ölkuren...)

[bearbeiten] Links

Der große Henna/PHF Thread

Jias Pflanzenhaarfarbseite mit Bildern

Pflanzenhaarfarben - Übersicht


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