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[bearbeiten] Übersicht der verschiedenen Pigmente in der dekorativen Kosmetik
Erst einmal ein kurzer Überblick über die geeigneten Pigmente zur Kosmetikherstellung, unterteilt in matte und Perlglanzpigmente sowie Füllstoffe.
- Titanium Dioxide (TiO2, Titanoxid, Titanweiß)
Dies ist einer der wichtigsten Pigmente für Mineralfoundation und ist ein stark deckendes, weißes Pulver. Es wird für in relativ großen Mengen benötigt. Die Herkunft ist mineralisch. Es wird auch Deckweiss genannt. Zudem verfügt es über einen relativ hohen UVA- und UVB-Schutz, deshalb wird micronisiertes TiO2 auch gerne in Sonnenschutzprodukten verwendet.
Zinkoxid hat austrocknende Eigenschaften und hilft bei Heilungsprozessen der Haut.
In der Mineralkosmetik wird es hauptsächlich wegen der weißen Farbe eingesetzt. Es ist etwas weniger deckend als Titanium Dioxide, wird aber wegen der positiven Eigenschaften für die Haut geschätzt.
Es wird nur in geringen Konzentrationen eingesetzt, wenn überhaupt. Manche empfinden eine hohe Konzentration als zu austrocknend, andere berichten von Pickeln. Auch Zinkoxid verfügt über einen natürlichen Sonnenschutz.
Die chemische Formel für die verschiedenen Eisenoxid-Farben variieren. Für uns spielt aber nur die Farbe eine Rolle. Es gibt Eisenoxide in Gelb, Orange, Rot, Braun und Schwarz. Außerdem gibt es noch eine Eisenoxidverbindung, die blau ist (Ferric Ferrocyanide, ist ein Farbkomplex, welches auch Berliner Blau genannt wird), welche auch in der Kosmetik eingesetzt wird.
Eisenoxide werden zur Farbgebung in der Mineralkosmetik eingesetzt, sie erreichen nicht die Brillanz vieler anderer Pigmente, aber sie sind billig und völlig ungiftig, sowie sehr deckend (farbstark). Die Herkunft heute ist meist synthetisch, aber viele Erdfarben enthalten es ebenso.
- Chromoxidgrün (Chrom(III)-oxid, Cr2O3)
Dieses Pigment ist ein dunkles Grün, dass eine Farbe wie Moos hat. Es ist keine besonders brillante Farbe, dafür ist es ungiftig und wirkt natürlich. Zudem ist es relativ farbstark.
- Ultramarine (Na8Al6Si6O24S4)
Es gibt Ultramarin in den Farben Blau, Violett (eher Flieder) und Rot. Ultramarinblau ist ein brillantes Blau. Violett und Rot sind eher weniger leuchtstark. Ultramarine dürfen nicht im Bereich der Lippen eingesetzt werden (laut FDA), sind aber ungiftig. Sie sind zwar sehr brillant, aber weniger deckend und farbstark als Eisenoxide. Deshalb nimmt man auch in Relation mehr Ultramarine als andere Pigmente wie z. B. Eisenoxid oder Titanium Dioxide, um die erwünschte Farbe zu mixen. Sie sind seidiger in der Konsistenz, als die mineralischen Pigmente und auch weniger gut haftend.
Ich habe Indigo noch aufgeführt, weil ich es als Blauersatz im Lippenbereich benutze, da man Ultramarine dort nicht applizieren sollte. Es kann sowohl pflanzlich als auch synthetischen Ursprungs sein. Es ist in der Farbe dem Ultramarin sehr ähnlich und verhält sich auch ähnlich mit ähnlicher Konsistenz. Es ist allerdings nicht als dekoratives Pigment von der Food and Drug Administration (FDA), eine US-amerikanische Behörde, zugelassen! Wer blau in Lippenprodukten einsetzen möchte, sollte evt. Berliner Blau nehmen (Ferric Ferrocyanide).
Wer Ultramarinviolett zu schwach findet und Mischungen aus Metalloxiden zu wenig brilliant findet, wird fündig bei Manganviolett. Ich habe ein schönes Magentarot/Rosa davon, aber es gibt verschiedene Farbschattierungen. Es lässt sich gut verarbeiten und ist überall verwendbar (Teint/Augen/Lippen).
- Andere organische und anorganische Farben
Es gibt noch viele andere pflanzliche, tierische, synthetische Farben, mit denen ich jedoch keine Erfahrung habe. Auf jeden Fall gibt es Farben, die man mit den oben aufgeführten Pigmenten nicht erreichen kann. Z. B. wird man mit Eisenoxid Rot nie eine brillante rote Farbe mischen können (halt diese dramatischen roten Lippenstifte). Dafür braucht man z. B. den Stoff Cochenille (Lebensmittelfarbstoff E 120) aus einer Schildlausart.
Pflanzliche Farben wie Paprikarot sind weniger gut geeignet, weil ihnen die Deckkraft fehlt und Reizungen entstehen können.
Eine gute Übersicht der zugelassenen Pigmente findet man hier: Summary of Color Additives Listed for Use in the United States in Foods, Drugs, Cosmetics, and Medical Devices
[bearbeiten] Fotos der matten Pigmente
Farbtabelle
Nahezu in jeder dekorativen Kosmetik findet man Perlglanzpigmente. Sie bestehen im wesentlichen aus Titanium Dioxiden, Eisenoxiden und Mica. Zudem können noch Tin Oxide, Silica, Carmine, Ferric Ferrocyanide, Alumina, D&C Red #30, Chromoxid enthalten sein, aber die meisten bestehen aus Titanium Dioxide, Mica und Eisenoxid. Dabei wird das plättchenförmige Mica mit Metalloxiden beschichtet, die das Licht brechen und ein Glitzern erzeugen.
Es gibt sehr viele Perglanzpigmentfarben. Z. B. gibt es zig silberweiß glitzernde Perglanzpigmente, Pigmente mit goldenen Glitzer, Interferenz Pigmente, Zwei-Ton-Pigmente, metallisch glitzernde Pigmente und schwarz glitzernde Pigmente.
Interferenz Pigmente sind an sich weiß, aber mit Wasser vermischt kommen die pastelligen Farben zu Tage. Auch trocken kann man bei bestimmten Lichteinfall die Zweitfarbe erahnen.
Zwei-Ton-Pigmente sehen im unterschiedlichen Lichteinfall verschieden aus. Metallisch schimmernde Pigmente sind sehr stark in ihren jeweiligen Farben glänzend. Schwarze Perlglanzpigmente haben z. B. einen goldenen, silbernen, roten, blauen oder grünen Glitzereffekt in sich. Sind aber hauptsächlich schwarz glänzend.
Bei den Perlglanzpigmenten ist es wichtig, dass sie nicht zu farbstark sind, so dass man nur mit z. B. Perlglanzpigment Grün einen satten Grünton erreichen kann. Deshalb gibt man als Verstärkung noch von den mineralischen Pigmenten was darunter.
Zudem gibt es viele verschiedene Größen der Korndurchmesser. Bei 100 Mikrometern +- ist der Glitzereffekt sehr stark. Dann gibt es welche von 40-60 Mikrometern, die normalerweise eingesetzt werden und wo deutliche Glitzereffekte zu sehen sind. Die kleinsten Perlglanzpigmente bewegen sich im 5-20 Mikrometer-Bereich. Bei mir sind diese sehr beliebt, da sie nicht glitzern, aber einen schönen metallischen Effekt hinterlassen, den ich auch "Glow" nenne. Sie werden auch manchmal mit dem Anhang "Satin" gekennzeichnet und öhnlich wirken sie auch.
Als Flitter werden groebere Perlglanzpigmente bezeichnet, die aber sehr unterschiedlich in ihrer Beschaffenheit sein können. Einmal gibt es Flitter, der aus Metalloxiden + Mica hergestellt wird. Andererseits beschichtete Aluminiumplättchen und dann gibt es noch beschichtete Papierflitter.
Für den Augenbereich sollte man besser welche aus Papier nehmen, da diese die Augen nicht verletzen. Auf Körper und Gesicht kann man die aus Metalloxiden verwenden und auf den Nägeln kann man nahezu alles verwenden. Wenn man nur ab und zu Mineralfoundation mit Metallflitter benutzt, ist das nicht so schlimm, da das Verletzungsrisiko sehr sehr gering ist, aber kommerzielle Anbieter müssen nun mal eben vor allem warnen.
Damit habe ich keine Erfahrungen, aber es sind auch schimmernde Pigmente mineralischen Ursprungs. Sie sind bei großen Mineralfoundation Firmen sehr beliebt, andererseits wird von Hautirritationen berichtet. Es ist auch nicht so weit verbreitet, dass man ohne weiteres an diesen Stoff kommen könnte.
Hier eine kleine Tabelle von einigen reinen Perlglanzpigmenten, die meisten werden von Merck hergestellt. Weitere Hersteller sind z.B. Eckard:
[bearbeiten] Fotos Interferenz und weisse Perlglanzpigmente
[bearbeiten] Fotos von farbigen Perlglanzpigmenten
[bearbeiten] Ronasphere, Micronasphere, Ronasphere LDP
Sind meine beliebtesten Füllstoffe. Sie geben jeden Produkt einen einzigartig seidigen Touch. Es sind eigentlich aufwendig verarbeitetete Siliziumdioxide. Ronasphere ist reines SiO2, Ronasphere LDP ist SiO2 + TiO2 + Eisenoxide und Micronasphere ist ein Mica/Silica Gemisch. Wer es kennt, will es nicht wieder hergeben :-D. Ich mache es gerne in Mineralfoundation und Puder.
[bearbeiten] Glimmer / pures Mica
Glimmer / pures Mica wird fälschlicherweise von vielen Rohstoffanbietern als Seidenweiß bezeichnet. Es ist mineralischen Ursprungs und glowt sehr dezent weiß. Der Glow Effekt kann nur bei purem Auftragen gesehen werden. In Mischungen geht dieser unter.
Es ist beliebt in Einsatz in Mineralfoundations, da es die Pigmente lockert und sie so nicht mehr zusammen kleben. Außerdem wird durch Einsatz von Mica eine schöne Konsistenz erreicht. Es deckt kaum.
Soweit ich weiß, ist richtiges Seidenweiß eine Mischung aus Titanium Dioxide und Mica. Ich habe es unter der Bezeichnung Extender W hier. Es ist matt und wenig deckend. Es wird benutzt, um die Konsistenz zu verbessern oder dient als Fülstoff. Es ist ziemlich leicht und hat dadurch ein grosses Volumen. Für mich spielt dieser Rohstoff keine Rolle.
[bearbeiten] Magnesium Stearate
Dieser Füllstoff ist dazu da, um die Haftung von Pigmenten zu verbessern. Normalerweise wird er eher in Lidschatten oder Rouge eingesetzt, um eine bessere Haltbarkeit zu erreichen. Je höher die Konzentration, desto besser die Haltbarkeit des Pigments. Der Stoff an sich hat eine seidige Konsistenz, "klebt" aber sofort auf der Haut. Ich benutze ihn gerne mit einer Konzentration von 5-10 % in Lidschatten.
Talkum wird oft in industriellen Pudern eingesetzt, weil es gut Hautfett absorbiert und billig ist. Es wird aus Speckstein gewonnen und ist von weißer Farbe. Ich denke mal, dass Selbstmixer diesen Stoff nicht brauchen, da er meiner Meinung nach nicht von Hochwertigkeit zeugt. Angeblich soll es die Poren verstopfen, aber das sei hingestellt, da es in Massenkosmetik sehr oft vorkommt.
Dieser Rohstoff absorbiert Hautfett. Die Konsistenz ist seidig und das Pulver weiß. Es kann sich sehr stark mit Flüssigkeit aufsaugen, so dass es den Lidschatten länger haften lässt. Große Mengen haben jedoch eine austrocknende Wirkung. Zudem wird die Konsistenz verbessert, aber dafür büßt man an Deckkraft ein. Ich würde in Mineralfoundations aber eher Tonerde einsetzen, da diese nicht soviel Deckkraft wegnimmt.
Meistens wird Tapiocastärke verwendet, der als Reisstärke im Asia Laden erhältlich ist. Aber auch Maisstärke und Kartoffelstärke haben ähnliche Eigenschaften. Es hat eine sehr schöne Konsistenz und kann auch etwas Hautfett absorbieren. Zudem ist noch ein kleiner Wasseranteil von 2 % enthalten. Sehr gut geeignet für Puder oder Rouge.
Ist das Pulver gemahlener Süsswasserperlen (meistens). Es besteht zum Grossteil aus Calziumcarbonat, auch Schlämmkreide (80%) genannt. Dennoch hat es eine ganz andere Konsistenz als Calziumcarbonat, da es auch andere Stoffe wie Proteine enthält. Es liegt sehr gut auf der Haut, da es nicht austrocknet. Es ist z.B. ein Bestandteil meines Bananenpuders.
Sehr schön für Puder, mattiert sehr gut, geeignet auch für trockene Haut. Ich empfehle die superfeine Version. Nähreres auf: [1]
Ist ein anorganischer Füllstoff mit sehr interessanten Features. Erstmal macht das eine superseidige Konsistenz. Sehr viel mehr als Seide selbst oder Ronasphere etc. Es besteht aus Borax sowie Stickstoff. Von Bornitrid (engl. boron nitride) gibt es viele verschiedene Sorten die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Einige schimmern mehr und machen ein seidigeres Gefühl und andere absorbieren besser Hautfett.
Es schimmert ähnliche intensiv wie Mica, also deutlich weniger als Perlglanzpigmente. Je nach Sorte hat es einen Fettabsorbtionsfähigkeit von 100-200. Dieser Wert liegt deutlich über dem Durchschnitt! Die die Firma Meow Cosmetics setzt diesen Rohstoff in ihrer Mineralfoundation "Flawless Feline", die eine lange, deckende Haftung verspricht - viele Beauties berichten positives über den Effekt dieser Mineralfoundation . Für Selbstrührer gibt es ihn nur in einer Sorte bei TKB-Trading.
[bearbeiten] Tonerde und andere exotische Füllstoffe
Es gibt noch eine Reihe an anderen Füllstoffen wie z. B. Tonerde, Sericite, Silica und viele andere, mit denen ich aber (bisher) keine Erfahrung habe. Man kann aber austesten, mit welchen Füllstoffen die eigene Haut am besten klarkommt. Sie können wahre Wunder und schreckliche Resultate liefern, aber das muss jeder für sich selber rausfinden. Die, die ich bisher ausgetestet habe, waren alle nicht so DER Hammer, aber angeblich soll Silica sehr toll sein und andere sind von Tonerde begeistert.
[bearbeiten] Die Geräte und Werkzeuge zum Mischen
Mörser ist wohl das Gerät, was die meisten von euch zu Hause haben (außer ich ;-)).
Man kann damit theoretisch alles machen, nur ist der Prozess sehr langwierig. Man sollte auch keine Perlglanzpigmente mit dem Mörser verarbeiten, weil diese sonst in ihre Bestandteile zerlegt werden. Deshalb empfiehlt sich die Zugabe von Perglanzpigmenten erst gegen Ende, wenn man Perlglanzpigmente und Grundpigmentmischung in ein dichtes Gefäss gibt und schüttelt. Man sollte immer mal wieder beim Mörsern testen, ob die Mischung "Farbspuren zieht". Das erkennt man daran, dass z. B. rote Streifen entstehen, wenn man die Mischung über die Haut streicht. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass man weiter mörsern sollte. Zum Ende hin pressen viele Selbstmixer die Mischung noch durch ein Sieb, damit es lockerer wird.
Ein Mörser ist schon fuer 7 EUR in der Apotheke zu bekommen.
[bearbeiten] elektronische Mixer
Hierbei handelt es sich um Kaffeemühlen, Allzweck-Mixer und alles, was rotierende Klingen hat und dicht ist, so dass die Pigmente nicht in alle Richtungen verstreut werden.
Man sollte darauf achten, dass man nicht gerade den Riesen-Haushalts-Möhrenzerkleinerer nimmt, da der Innenraum viel zu groß für Kleinproduktionen ist. Außerdem sollte man den Mixer nur noch für Pigmente verwenden, weil es ja doch etwas komisch ist, wenn Pigmente ins Essen gelangen, obwohl sie theoretisch essbar sind.
Ich kann nur von meiner Erfahrung mit dem Tschibo Multi-Zerkleinerer berichten, der mir treue Dienste erweist. Es hat einen tassengroßen Innenraum und unten eine seperat waschbare Rotierscheibe. Der Vorteil von diesem Gerät ist, dass der Staub nicht direkt in den Motor gelangen kann, was schon viele Motoren zerstört hat. Das gute Stück hat um die 13 EUR gekostet, allerdings gibt es von vielen anderen Firmen ähnliche Geräte.
Der Nachteil ist, dass er höchstens eine Minute durchgehend laufen kann. Das reicht aber meistens, um 3-4 Löffel Pigmente durchzumixen. Man sollte ab und zu während des Mixvorgangs das Gerät schütteln und klopfen, sowie in seitliche Schräglagen bringen, damit alle Pigmente erreicht werden.
Einige Luxusgeräte haben sicherlich längere Laufzeiten und eine höhere Leistung. Mein Gerät arbeitet mit 150 Watt und ist akzeptabel. Die Reinigung gestaltet sich als einfach, da der Mixraum separat vom Motorstück gewaschen werden kann.
Für faule Leute / grosse Mengen / Schnelligkeit ist ein solcher Mixer ideal.
[bearbeiten] Mein Mixer gerade aus dem Einsatz
Oder neu:
Man kann auch sogennante Kräutermühlen zum mixen kleiner Mengen benutzen. Sie werden allerdings meistens von Headshops vertrieben. Ich habe mir einen bei [2] bestellt. Sie kosten eigentlich nicht weniger als grosse, sind aber Batteriebetrieben und können sehr kleine Mengen Mixen. Ausserdem sind sie portabel, so dass man sich jederzeit aus z.B. vorhandenen Pigmenten neue Farben mischen kann. Sie haben aber deutlich weniger Power als grosse Mixer.
[bearbeiten] andere Möglichkeiten
Es gibt sicherlich viele andere Geräte, die besonders gut für große Mengen geeignet sind, wie z. B. Steintrommeln. Man sollte niemals auf die Idee kommen, mit einen Stabmixer zu hantieren, ihr werdet nur Staub aufwirbeln!
Man braucht noch einige Löffel, ein Messer und Papier zum Abwischen sowie Zeitung. Atemschutz und gute Durchlüftung sind wichtig! Ich halte den Mixer immer paar Sekunden zum Fenster hinaus und lasse den Staub wegziehen, dann verzichte ich auch mal auf den Atemschutz ;-).
[bearbeiten] Ab gehts zum mixen ;-)
Am besten mit Zeitung die Arbeitsfläche abdecken. Ich arbeite gerne unter der Dunstabzugshaube, da der Staub nicht überall verteilt wird. Wer mörsert, braucht das nicht.
Man sollte immer einen Atemschutz tragen. Ich habe mir solche Dinger aus der Apotheke geholt, werde aber auf Staubmasken aus dem Baumarkt umsteigen. Manche Mörserer halten den Atemschutz beim Mörsern für nicht notwendig, aber schaden kann es nicht. Wer merkt, dass die Nase trocken wird, sollte auf jedem Fall einen Staubschutz tragen!
- Mineralfoundation mit gelblichem Unterton:
Hierfür braucht man Titanium Dioxide, Eisenoxid Gelb, Eisenoxid Braun und wenn erwünscht Füllstoffe, sowie Perlglanzpigmente.
Man fängt mit einer kleinen Menge (z. B. 1 Teelöffel) TiO2 (Titaninium Dioxide) an und fügt erstmal Eisenoxid Gelb hinzu (evt. mit 1/5 der Menge von TiO2 anfangen) und anschliessend ganz wenig Eisenoxid braun (vielleicht 1 Messspitze bei einen TL TiO2). Dieses Pigmente gut mixen. Danach die Farbe im Gesicht oder auf dem Handrücken testen und dabei sehr gut verreiben. Die sichtbare Farbe ist meistens heller als die wirklich Farbe, da sich das TiO2 gerne um die andere Pigmente legt. Noch besser ist es, ein Krümel mit Öl oder Creme zu vermischen und dann auch der Haut zu testen, weil es simuliert, wie es mit später auf der Haut aussieht.
Falls es zu grau wirkt, fügt man weiter Gelb hinzu. Falls es viel zu hell wirkt, fügt man Braun hinzu. Man tastet sich langsam ran. Ich mache mir Steifen ins Gesicht und renne mit einen Spiegel in der Wohnung rum, damit ich alle Lichtverhältnisse getestet habe. Erst wenn die Farbdifferenz kaum mehr erahnbar ist, gebe ich mich zufrieden.
Falls es irgendwann zu dunkel aussieht, würde ich die Hälfte weglegen und mit der anderen Hälfte weitermachen. Sonst hat man am Ende einen Riesenpott von Mineralfoundation.
Dann fügt man die Füllstoffe hinzu, wie z. B. Mica oder Ronasphere, wobei ich für eine starke Deckung nicht mehr als 10 % Füllstoff einsetzen würde. Dabei kommt es aber auf das Volumen des Füllstoffs an: je grösser das Volumen -> desto weniger, weil das Volumen am meisten Deckkraft wegfrisst.
Für eine mittlere Deckkraft würde ich 20 % Füllstoffe nehmen, wobei ich immer vom Gewicht ausgehe. Bei mehr erreicht man eine leichte Deckkraft.
Man kann aber auch gänzlich auf Füllstoffe verzichten, wobei manche Leute beklagen, dass man dann schneller glänzt. Dies kann man aber durch Puder ausgleichen.
Dann kann man für "Glow" noch Perlglanzpigmente zufügen, wobei ich "Sahara/Oriental Beige" bevorzuge, das sandfarbend ist. Für dezenten Glow ca. 5 %.
Hier würde ich ähnlich wie oben vorgehen, nur dass weniger Gelb reinkommt, aber dafür Rot. Ich finde aber, dass Rot in Mineralfoundations das Hautbild nicht verschönert. Man sollte eher mit neutralen oder gelben Pigmenten den Ton ausgleichen.
Diese erreicht man mit einen geringen Anteil an gelben Pigmenten, aber das Braun bleibt gleich.
- Ausgleichen von missratenen Tönen:
- zu dunkel/braun: einfach mehr TiO2 hinzufuegen
- zu rot: mit Chromoxidgrün ausgleichen
- zu gelb: mit Rot zu Orange / Hautfarben neutralisieren
Hierbei kann man einfach die Farbenlehre anwenden. Ich mache aber nur Mineralfoundation aus weiss, gelb und braun, da es finde ich am natürlichsten aussieht.
[bearbeiten] Farbpuder für Lidschatten und Rouge
Dazu verwendet man oftmals Perlglanzpigmente, ohne diese werden die Pigmente matt. Eine kleine Zusammenstellung aus meiner Sammlung habe ich hier zusammengetragen:
[bearbeiten] Fotos verschiedener Perlglanzpigmente
[bearbeiten] Fotos von Interferenz-Pigmente oder Silberglanz-Pigmenten
Diese Pigmente sind metallfarbend:
Ich mache es gerne so, dass ich mir eine größere Menge Basispulver mische und dann individuell Pigmente untermische. Oder ich mische erst die Farbe und füge dann die Basis hinzu. Dann kann man die Farbe besser einstellen. Allerdings wird die Farbe durch die Basis leicht verändert.
Ein Basispulver kann so aussehen: Magnesium Stearate, Mica
- Violett: Eisenoxid Rot + Ultramarinblau
- Türkis: Chromoxidgrün + Ultrmarinblau
- Orange: Eisenoxid Gelb + Eisenoxid Rot
- pastellige Töne: mit TiO2
- dunklere Töne: mit Eisenoxid schwarz usw.
Hierbei sollte man beachten, dass Eisenoxid Rot, Braun, Schwarz am stärksten ist und deshalb in Relation mengenmäßig weniger vorhanden sein sollten. Dagegen ist Eisenoxid Gelb und Ultramarin schwach und kann somit in höheren Mengen verwendet werden. Wer Ultramarine einsetzt, sollte besser Magnesium Stearate einsetzen, weil sie weniger lange haften.
Dann kann man nach belieben Perglanzpigmente verwenden, die je nach Konzentration mehr oder weniger Glanz bieten. Ich setze sie bis zu 50 % (Volumen) ein, was schon sehr viel ist.
Loser Lidschatten ist mit einer Lidschatten-Base besser aufzutragen, ich nenne da mal den von Artdeco. Wenn man eine Lidschatten-Base benutzt, kann man auch auch Magnesium Stearate verzichten.
Eine andere schöne Variante ist es, nur Perlglanzpigmente zu verwenden, dann hat man sehr stark schimmernde Lidschatten.
Für Rouge verwende ich noch gerne Stärke in der Base und gerne viele Perlglanzpigmente. Man kann sich z. B. mit Ultramarinblau + Eisenoxid Rot pinkfarbenen Rouge mixen oder auch schön ist Manganviolett. Oder mit Rot und Gelb +- TiO2 ein schönes Peach. Für Bronzing Powder kann man Braun + Rot + Gelb mixen.
Zur Verstärkung können individuell Schimmerpigmente hinzugefügt werden. Bei Peach kann man z. B. Gold + Rot hinzufügen.
[bearbeiten] Gepresste Pudersteine
Man kann auch Pigmentmischungen in eine Puderform pressen. Hierzu benötigt man leere Pfännchen oder Dosen. Möglich sind auch Farbkästen, die als Palette missbraucht werden.
Man muss die Pigmente erstmal in eine feste Form kriegen. Das kann durch z. B. Wasser, Weingeist oder sowas wie Korn / Wodka geschehen. Je mehr Alkohol, desto schneller wird die Flüssigkeit verdunsten.
Hierbei drauf achten, dass man so wenig wie möglich Flüssigkeit hinzufügt. Die Masse soll gerade so feucht werden.
Die ursprüngliche Pigmentmasse wird sehr stark komprimiert durch die Flüssigkeit. Man presst die Paste in die Form. Wenn man ein flaches Pfönnchen hat, kann man mit einen Messer den Überschuss glattstreichen.
Um den Alkohol / das Wasser verdunsten zu lassen, föhne ich am liebsten. Während des Föhnens presse ich den Stein immer wieder, damit er sich nicht vom Rand absetzt oder Risse bekommt.
Die Erfahrung zeigt, dass grosse Flächen eher rissig werden.
Zum Pressen verwende ich z. B. eine Flasche mit einen glatten Deckel.
Um auf Nummer sicher zu gehen, klopfe ich den Stein nochmals raus, um ihn fest zu kleben. Das kann z. B. mit einem Tropfen Bienenwachs geschehen, den ich im Pfännchen schmelze und dann die Pfanne umgekehrt auf den Stein haue und gut festdrücke.
- Eisenoxid Rot zieht Streifen
Entweder es liegt am verwendeten Eisenoxid Rot oder an der Eigenschaft dieses Oxids, Wasser anzuziehen und sich zu verklumpen. Tina hatte mal empfohlen, das Zeug im Backofen zu erwärmen, damit das Wasser abdampft. Ich kann noch dazu sagen, dass es sich besser auflösst, wenn man es in Fülstoffen wie Stärke "löst", dann verteilt es sich ganz leicht.
- Kann ich auch Pigmente aus dem Künstlerbedarf nehmen?
Synthetisches Eisenoxidpigment hat eine hohe Reinheit. Natur- / Erdfarben würde ich nicht nehmen, aber das synthetische Künstlerpigment von Kremer - da habe ich keine Probleme mit. Die Firmen, die Künstlerpigmente herstellen, tun dies auch für Kosmetik (man nehme Merck, BASF, Eckard).
Das kosmetische Pigment hat meistens eine feinere Pigmentgröße, sprich bessere Vermahlung. Außerdem ist es keimfreier, was aber für Mineralfoundation ziemlich egal ist. Die Schwermetalle (Arsen etc.) liegen eh in einem Bereich, den man getrost vernachlässigen kann.
Wer trotzdem Bedenken hat, sollte reine Kosmetikpigmente kaufen, was einen nicht koscher ist, macht auch keinen Spass.
- Wieso gibt es keine Rezeptangaben?
Wenn ihr erstmal eure ersten Male mixen hinter euch habt, und ein Gefühl für die Pigmente bekommt, ist das sehr einfach.
- Sind selbstgemischte Pigmente schlechter als gekaufte Kosmetik?
Im Gegenteil, sie sind sogar besser, wenn man hohe Pigmentkonzentrationen nimmt.
Für lose Pigmente aber lieber eine Lidschatten-Base verwenden.
- Was brauche ich als Anfaenger für Pigmente?
Das kommt drauf an, was ihr mixen wollt. Wenn ihr die ganze Palette an Deko mixen wollt, sollte man zumindest die Eisenoxide, Ultramarinblau, Titanium Dioxide und Chromoxidgrün kaufen. Als Perlglanzpigment empfielt Zottel ein schönes weißes Perlglanzpigment. Dies kann man mit anderen Pigmenten zu vielen geschwünschten Farben mischen. Weißes Perlglanzpigment passt sich sehr gut der Umgebung an. Allerdings hat jedes Perlglanzpigment seinen eigenen Reiz, den man nicht durch mischen erreichen kann.
- Coastalscents ist ein ami shop, der Betreiber spricht aber Deutsch, liefert sowas ähnliches wie Ronasphere-Spheres.
- TBK Trading ami shop, aber riesige Auswahl und günstige Preise, liefert Ronasphere
Viel Spass!