Vollständige Version anzeigen : Machen reichhaltige Cremes eine trockene Haut noch trockener??
Hallo,
manchmal blicke ich nicht ganz durch mit den unterschiedlichen Cremes und Hauttypen.
Also ich habe eine reife, trockene und sensible Haut.
Suche eine Creme für den geannten Hauttypen.
Dachte da z.B. an folgende Produkte: Alverde Avocado Gesichtscreme und Weleda Mandelöl.
Nun habe ich des öfteren gelesen, dass solche reichhaltigen Cremes die Haut austrocknen sollen (wegen dem Fettgehalt). Ja aber verkauft werden die für trockene Häuter, das ist doch ein Wiederspruch. Ich steige nicht mehr durch ;-)! Was meint Ihr dazu? Wäre z.B. für die Alverde Avocado Creme auch fürs Bürp (Heizungsluft) geeignet oder nur Drausen bei kalten Temperaturen?
LG Rose
Cateline
10.11.2011, 19:11
Also, da muss man differenzieren:
1. Pflanzliche Öle und reichhaltige Cremes mit Pflanzenölen trocknen die Haut NICHT aus. Austrocknend wirken Cremes und Öle auf Erdölbasis (Parafin, Vaseline, Petrolatum bei den INCIS). Diese legen sich als Film auf die Haut, so dass die Haut keine Feuchtigkeit verdunsten kann und diese in der Haut verbleibt. Das hat eine Art aufquellenden Effekt auf die Haut, so dass sie momentan glatter und praller wirkt, behindert die Haut aber an ihren natürlichen Funktionen und trocknet sie aus.
2. Wenn man eine normale, "nur" trockene Haut hat, sollte man laut vielen Expertenaussagen nicht zuviel cremen und ölen, weil die Haut damit angeblich verlernt, selbst noch Fett zu produzieren. Ob das so zutrifft, bezweifele ich etwas. Wer wirklich eine trockene Haut hat, dessen Haut ist bereits nicht mehr voll intakt und gesund, und dann nicht oder zu wenig zu cremen hat meines Erachtens schlimmere Folgen als die Haut reichlich mit Öl und Creme zu versorgen. Mehr als zweimal cremt sich ja sowieso kein Mensch am Tag ein.
3. Fürs Büro und geheizte Räume kann man durchaus eine Creme benutzen, die etwas mehr Wasser enthält, also eine Feuchtigkeitscreme, eine passende Tagescreme etc. Draußen ist im Winter eine weniger wasserhaltige Creme oder eine reine Fettcreme besser, damit in der Kälte kein Wasser auf der Haut verdunsten und bei Frostgraden gefrieren kann - das schädigt die Haut sonst.
4. Wer eine extrem trockene Haut, Neurodermitis oder Pso hat, muss cremen, cremen, cremen, um sich seine Haut halbwegs gesund und intakt zu erhalten. Oder ölen, je nachdem was man besser verträgt. Für solche Hautprobleme wäre es fatal, die Haut sich selbst zu überlassen, denn sie kann sich nicht mehr selbst schützen und braucht dann Fett und Feuchtigkeit von außen.
Das Mandelöl würde ich sparsam verwenden, keine dicke Ölschicht aufs Gesicht schmieren, sondern nur einen Hauch Öl verteilen. Je nachdem wie trocken deine Haut ist, kannst du das auch abends machen oder nur, wenn du rausgehst.
Da hast du wirklich alle wichtigen Punkte zusammen getragen! Danke!
Hallo Cateline,
danke für Deine super Zusammenfassung!!
LG Rose
Cateline
11.11.2011, 11:41
Gerne. :-) Hoffentlich helfen dir diese Infos ein bißchen weiter.
Also, da muss man differenzieren:
1. Pflanzliche Öle und reichhaltige Cremes mit Pflanzenölen trocknen die Haut NICHT aus. Austrocknend wirken Cremes und Öle auf Erdölbasis (Parafin, Vaseline, Petrolatum bei den INCIS). Diese legen sich als Film auf die Haut, so dass die Haut keine Feuchtigkeit verdunsten kann und diese in der Haut verbleibt. Das hat eine Art aufquellenden Effekt auf die Haut, so dass sie momentan glatter und praller wirkt, behindert die Haut aber an ihren natürlichen Funktionen und trocknet sie aus.
Jaaa, das sagt man zwar so, aber ich habe da andere Erfahrungen mit gemacht. Es gab Cremes mit Pflanzenölen, die meine Haut schrecklich ausgetrocknet haben, andererseits sind dafür einige Cremes mit Mineralölerzeugnissen super! Ich denke, dass die individuelle Zusammensetzung einer Creme (z.B. Verhältnis Öl zu Wasser) eine größere Rolle spielt als die Tatsache, um welche Art von Öl es sich handelt.
Gloriaviktoria
11.11.2011, 14:40
Reine Öle trocknen meine Haut zusätzlich aus, auch wenn ich sie auf die feuchte Haut auftrage. Was bei mir gut hilft, ist eine Mischung aus Aloe-Vera-Gel und Öl (Hälfte/Hälfte). Im Moment habe ich Cameliaöl (http://www.wolkenseifen.de/product_info.php?info=p605_cameliaoel-15-ml.html) in Gebrauch, aber da kann man natürlich auch anderes nehmen. Das Aloe-Vera-Gel hatte ich sowieso zu Hause, aber mit einem Hydrolat geht das sicherlich auch.
Im Moment ist es auf dem Rad morgens schon ziemlich kalt, aber im Gesicht merke ich davon nicht viel, also denke ich, dass der Schutz wohl ausreicht. Im Gegenzug habe ich aber auch im geheizten Büro nicht das Gefühl, dass ich eine dicke Schicht Fett auf dem Gesicht habe, durch die meine Haut keine Luft mehr bekommt :zumgluecknein:
Cateline
11.11.2011, 17:42
Ich denke, dass die individuelle Zusammensetzung einer Creme (z.B. Verhältnis Öl zu Wasser) eine größere Rolle spielt als die Tatsache, um welche Art von Öl es sich handelt.
Nein, das stimmt leider nicht. Natürlich spielt es eine Rolle, wieviel Wasser eine Creme enthält (siehe mein Post oben, habe ich ja auch erwähnt). Aber pflanzliche Öle funktionieren anders als Erdölderivate. Das ist in vielen Untersuchungen wissenschaftlich nachgewiesen. Die Kosmetikindustrie hört das nicht gern und versucht ständig, den Verbraucherinnen das Gegenteil weiszumachen, nämlich dass Erdölderivate super pflegend für die Haut sind. Weil sich die Haut prall und glatt anfühlt. Je länger man sie benutzt, umso weniger aber funktioniert die Haut, d.h. sie fühlt sich ohne diese Cremes/Öle mit Paraffin, Vaseline etc. rauh und trocken an und die betroffene Frau meint dann, dass sie dringend wieder solche Cremes braucht. In Wirklichkeit braucht eine mit Erdölderivaten zugekleisterte Haut manchmal monatelang, bis sie wieder einigermaßen normal funktioniert und ihr Feuchtigkeits-/Fetthaushalt sich normalisiert. Diese Geduld haben nur wenige Verbraucherinnen, und die Kosmetikindustrie ist in keinster Weise daran interessiert, Käuferinnen zu verlieren. Den Rest erledigt die Werbung.
Jeder kann benutzen, was er will. Mir persönlich ist es gleich, ob sich jemand Erdölderivate auf die Haut aufträgt oder pflanzliche Öle. Aber man sollte die Fakten beachten und wissen, was man tut. Wer trotzdem Paraffin etc. benutzen möchte, soll es tun, aber sich dann nicht wundern, wenn seine Haut ohne diese Stoffe nur noch rauh, staubtrocken und kaputt ist.
rasasayang
11.11.2011, 18:21
:zustimm:Da kann ich Cateline nur zustimmen..das Problem ist außerdem bei gekauften Cremes, dass da noch eine Unzahl von anderen Stöffchen drin sind, als die, mit denen dann Werbung gemacht wird..allein schon dieseMenge an unterschiedlichen Zutaten kann eine empfindliche Haut schon zum Austicken bringen..daher mache ich mir seit längerem schon meine Cremes selbst..da kann ich bestimmen, was drin ist und was nicht..aber das erfordert halt schon ein ziemliches Studium, allein schon die verschiedenen Pflanzenöle haben sehr verschiedene Wirkungen auf die Haut,manche sind sogar eher austrocknend,und daher eher für fette Haut geeignet, andere eher Feuchtigkeit bewahrend..irgendwelche Silikone oder anderes möchte ich eher nicht auf meiner Haut..das schöne bei diesem Hobby ist im übrigen auch, dass man seinen Geldbeutel spürbar entlastet..
LG
rasasayang
Nutellabrot
11.11.2011, 20:24
@ Cateline
Sehr informative Beiträge. :top: Leider kann ich dich gerade nicht nochmal loben.
Cateline
11.11.2011, 20:42
Nutellabrot, danke. Wenn ich deinen Nick lese, kriege ich gleich fürchterlich Hunger! :-D
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